ILE-Region „Südraum Leipzig“

Die ILE- Region Südraum Leipzig liegt im Landkreis Leipzig im Bundesland Sachsen und befindet sich im Zentrum von Mitteldeutschland. Sie umfasst eine Fläche von ca. 440 km² auf der 92.432 EW (31.12.2011) leben. Damit hat sich der Bevölkerungsrückgang, wenn auch territorial differenziert weiter verstetigt. Seit 2005 ist ein Verlust von rund 3% der Bevölkerung zu verzeichnen, was neben Migrationsprozessen vor allem der negativen natürlichen Bevölkerungsentwicklung geschuldet ist.

ILE Region Südraum Leipzig

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Maßgeblich charakterisiert ist der Südraum Leipzig durch weiträumige Bergbaufolgelandschaften, wie zahlreiche künstliche Standgewässer, die der Landschaft eine charakteristische Gestalt geben aber auch durch den noch aktiven Braunkohletagebau. Städtisch geprägte Räume mit hoher Konzentration von Siedlungs- und Verkehrsflächen prägen die Region ebenso wie großräumige Agrarlandschaften und Dörfer. Die Bereiche um das Oberzentrum Leipzig zählen zu den Verdichtungsräumen, wobei auch hier ländliche Ortsteile zu verzeichnen sind. Dagegen ist nach Süden eine offene und ländliche Raumstruktur (Ländlicher Raum) bestimmend. Gleichwohl befinden sich mit dem Mittelzentrum Borna oder den großen Industrie- und Gewerbestandorten um Lippendorf und Espenhain Entwicklungskerne auch im südlichen – ländlich geprägten – Teilraum.

Der Südraum Leipzig ist der südliche Teil des Leipziger Neuseenlandes und Bestandteil der Metropolregion „Mitteldeutschland“. Geprägt ist der Südraum Leipzig durch eine mehrhundertjährige bewegte Geschichte des Braunkohlenbergbaus. In Anfängen bereits seit etwa 1900, massiv jedoch seit 1945 sind der Bergbau sowie seine Folgeindustrien im Südraum Leipzig für extreme Umweltschäden und -belastungen verantwortlich. Mehr als 70 Orte mit rund 24.000 Einwohnern fielen dem Abbau ganz oder teilweise zum Opfer. Der letzte bislang in der Region umgesiedelte Ort ist Heuersdorf*.
Seit Mitte der 90er Jahre hat eine intensive Sanierung der Bergbauareale eingesetzt. Daraus ergab sich für die Kommunen die große Aufgabe und Chance, zum einen die neu entstehende Gewässerlandschaft mit zu gestalten, zum anderen diese Neugestaltung für die Entwicklung neuer Wirtschaftsbereiche und Infrastrukturen in seiner ganzen Vielfalt zu nutzen. Die Region hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Entwicklung gemeinsam voranzutreiben und kooperiert dabei mit zahlreichen Partnern auch außerhalb der ILE-Region.

 

Grundlage
Zur Durchsetzung der eigenen Zielstellung, der Förderung der Zusammenarbeit in der Region und zur Verwirklichung des Landesentwicklungs- und Regionalplanes bedient man sich verschiedener Formen der informellen Planung. Ein wesentliches Instrument für die ganzheitliche Entwicklung der Region ist das Regionale Entwicklungs- und Handlungskonzept (REK)  für den Südraum Leipzig aus dem Jahr 2001, das in den Jahren 2007/2008 fortgeschrieben wurde und damit als regionale Entwicklungsstrategie bis mindestens 2013 die Grundlage für die Realisierung zahlreicher Maßnahmen bildet. Das REK ist seit Mai 2009 einem „Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept“ (ILEK) gleichstellt und der Südraum Leipzig als ILE-Region anerkannt, so dass ab diesem Zeitpunkt die Fördermöglichkeiten nach der sächsischen Förderrichtlinie ILE 2007/2011 sowie der ILE-Vorrang bei anderen Förderrichtlinien in Anspruch genommen werden können.

Leitbild und Handlungsfelder

 

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* Aus der Gebietskulisse des ILE-Prozesses wurde dementsprechend zum 01.10.2010 aus dem Umgriff der Gemeinde Regis-Breitingen der Gemeindeteil Heuersdorf (geplante Devastierung) herausgenommen.